Themen und Aufgaben

Über die ASG

Bildungssystementwicklung im Öffentlichen Dienst

Tertiärer Bildungssektor

Verwaltungswissenschaften neu

Programme und Projekte

Über die ASG

Die ASG hat den Auftrag, sich zur strategischen Dachorganisation für die Bildungslandschaft der Bundesverwaltung zu entwickeln. Sie arbeitet an Bildungsstrategien, sichert die Qualität von Bildungsangeboten und vernetzt Verwaltung, Wissenschaft und Bildungseinrichtungen.

Die ASG hat den Auftrag, eine Dachorganisation für die Bildungseinrichtungen der öffentlichen Verwaltung zu entwickeln und zu betreiben. Als Denkwerkstatt gestaltet sie die Bildungslandschaft der Bundesorganisationen auf strategischer Ebene mit – von der Entwicklung über die Abstimmung bis zur Umsetzung von Bildungsstrategien, Kompetenzmodellen und Bildungsinhalten.

Die ASG bündelt Wissen über die Rahmenbedingungen nachhaltiger Kompetenzentwicklung in der Verwaltung und fördert Kooperationen, die dieses Wissen erforschen und weiterentwickeln. Sie vernetzt sich eng mit Bildungseinrichtungen des Bundes sowie mit Universitäten und Forschungseinrichtungen, um verwaltungswissenschaftliche Inhalte und Kompetenzen zu bündeln und nutzbar zu machen. Leitprojekte und Studien ergänzen diese Arbeit.

Die ASG kooperiert bei Qualitätssicherung, Monitoring, Evaluierung und Controlling von Bildungsangeboten. Durch Trendanalysen und Marktbeobachtung behält sie aktuelle Entwicklungen im Blick.

Die ASG leistet Entwicklungsarbeit in Didaktik und Methodik und wirkt an der Weiterentwicklung des Personalwesens sowie der Verwaltungsinnovation des Bundes mit.

Die ASG vernetzt die österreichische Bildungslandschaft im Bereich der Erwachsenenbildung.

Bildungssystementwicklung im Öffentlichen Dienst

Aufgrund des demographischen und technologischen Wandels kommen auf den öffentlichen Dienst und seine rund 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern große Herausforderungen zu. Wir müssen daher schon heute fragen, was die öffentlich Bediensteten von morgen können müssen, und für sämtliche Entscheidungsebenen entsprechende Aus- und Fortbildungswege bereiten. Um zukünftige Entwicklungen und Bedarfe abschätzen zu können und neue Bildungswege zu etablieren, arbeiten wir mit dem Netzwerk der Akademien des Bundes, Universitäten und Fachhochschulen sowie nationalen und internationalen Institutionen zusammen.

Tertiärer Bildungssektor (Wissenschaft, Forschung und Lehre)

Verwaltung ist eine hochgradig heterogene Materie. Neben rechtlichen Diskursen umfasst sie auch soziologische, ökonomische, naturwissenschaftliche, technische und kulturelle Aspekte. Dementsprechend haben sich weltweit interdisziplinäre Ansätze zur Erforschung von Verwaltung etabliert und in die wissenschaftliche Lehre Einzug gehalten. Ziel der ASG ist es, das vorhandene Potenzial in der österreichischen Forschungslandschaft zu nutzen und dessen Ausbau zu fördern. Dafür pflegt und sucht die ASG Kooperationen mit dem österreichischen Hochschulsektor, um die verwaltungswissenschaftliche Agenda in interdisziplinär orientierten Studienrichtungen zu etablieren und, wo nötig, fächerübergreifend und transdisziplinär zu arbeiten.

Verwaltungswissenschaften neu

Die ASG forscht selbstständig sowie in Kooperation mit ihrem wissenschaftlichen Beirat, ihren akademischen Netzwerken und im Rahmen wissenschaftlicher Projekte. Dabei setzt sie auf einen interdisziplinären Zugang: Neben rechtswissenschaftlichen und ökonomischen Forschungsansätzen braucht es insbesondere soziologische, historisch-philologische und medienwissenschaftliche Perspektiven, um die Komplexität schriftbezogener sozialer Organisationen wie der Bundesverwaltung angemessen zu verstehen und zu optimieren. Entscheidungen sind mit der Organisation verbunden, in der sie getroffen werden – und mit den Medien, die sie prozessieren.

Die Forschung der ASG sichert den Wissenstransfer in den öffentlichen Dienst und die Ausbildung: Neue Erkenntnisse fließen direkt in Lehrpläne ein und erreichen die Praxis dort, wo Entscheidungen getroffen werden. Im Mittelpunkt steht der Praxisbezug – die Forschung orientiert sich weder an rein akademischen Theorien noch an bloßen Trends, sondern hinterfragt sowohl veraltete Arbeitsweisen als auch Schein-Innovationen.

Ein zentrales Publikationsorgan ist die bei Metzler herausgegebene Schriftenreihe AdminiStudies, deren Beiträge ein internes Peer-Review-Verfahren durchlaufen und zuvor mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Konferenzen und Workshops diskutiert werden.

Programme und Projekte

Das Leitcurriculum für Top-Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung

Das Leitcurriculum für Top-Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung bietet ein maßgeschneidertes Zertifizierungsprogramm, das auf die spezifischen Anforderungen der Verwaltungsführung ausgerichtet ist. Ausgangspunkt sind die Herausforderungen der höchsten Verwaltungsebene: strategisches Denken und Handlungsfähigkeit in komplexen Situationen bei ungewisser Zukunft. Das Curriculum verfolgt daher die hochindividualisierte Erweiterung von Kompetenzen und die strategische Auseinandersetzung mit zukünftigen Herausforderungen, deren Antizipation und Bearbeitung (‚Managing the Unexpected‘).

Mit dem Curriculum werden verschiedene Entwicklungsstränge verfolgt: Einer davon ist die inhaltliche, strategische und diskursive Vernetzung der Akteurinnen und Akteure auf den höchsten Ebenen der österreichischen Verwaltung. Das Curriculum stellt außerdem die formale Grundlage für die individuelle Weiterbildung im Sinne des BDG § 32 Abs. 3 – das verpflichtende Management-Training für Top-Führungskräfte – bereit. Durch Verknüpfung mit dem tertiären Bildungssektor werden zudem Anschlussmöglichkeiten zu Führungs- und Managementprogrammen an Universitäten und Fachhochschulen geschaffen.

Das Curriculum umfasst acht thematische Module:

  1. Globale Steuerung und strategisches Handeln
  2. Digitale Transformation
  3. Volkswirtschaftliche Steuerung und Haushaltsrecht
  4. Ressortführung und Organisationssteuerung
  5. Strategisches Personalmanagement und Personalentwicklung
  6. Leadership und Teamführung
  7. Governance und Antikorruption
  8. Partnerschaften und Stakeholder

In jedem Modul stehen verschiedene Formate zur Verfügung (Lectures, Learning Journeys, Diskursveranstaltungen), die die vertiefende Bearbeitung von Fragestellungen des je spezifischen Arbeits- und Verantwortungsfeldes der Teilnehmerinnen und Teilnehmern erlauben sollen.

Das Curriculum orientiert sich an den höchsten Qualitätsstandards, inklusive einer Referenzierung im NQR und im Rahmen von Dig.Comp 2.3 AT. Entwickelt wurde es von der Austrian School of Government in Kooperation mit dem Netzwerk der Akademien des Bundes, den Ressorts, der Universität für Weiterbildung Krems (UWK) und dem Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (ÖIBF).

Basierend auf dem Leitcurriculum wird seit November 2024 an der Austrian School of Government das Executive Management-Programm für die öffentliche Verwaltung angeboten. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

Science for Policy (S4P) und Evidence informed Policymaking (EIPM)

Eine der Kernkompetenzen der ASG liegt bei Science for Policy –der systematischen Verschränkung von Wissenschaft und Verwaltungspraxis. Der Ansatz zielt nicht auf die Generierung von Fachwissen für einzelne Ressorts, sondern auf die Erforschung und Gestaltung der Prozesse, die es ermöglichen, Erkenntnisse der Wissenschaft, Forschung und Entwicklung in politische Entscheidungen und administrative Praktiken zu übersetzen. Wir analysieren, wie der öffentliche Dienst lernen, sich entwickeln und sämtliche verfügbaren Wissensressourcen wirksam integrieren kann – sei es durch inter- und transdisziplinäre Forschung, partizipative Formate oder durch die Generierung von Evidenz im breitesten Sinne („Evidence Informed Policymaking“). Unser Fachwissen besteht darin, die Dynamiken der Verwaltungsmodernisierung zu verstehen: Wie funktioniert Ko-Kreation zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik? Welche Strukturen und Methoden fördern nachhaltige Innovationen im öffentlichen Sektor? Indem wir diese Prozesse erforschen und gestalten, tragen wir dazu bei, dass der öffentliche Dienst nicht nur effizienter, sondern auch zukunftsfähiger, partizipativer und resilienter wird – zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger Österreichs. Ressortübergreifend verfolgen wir diese Fragen und Themen mit der interministeriellen Arbeitsgruppe „IMAG Ressort:Forschung“. Ein Arbeitspapier zur wechselseitigen Verständigung im Stakeholder-Diskurs finden Sie hier.

Neuer Fachbereich „Öffentliche Verwaltung in Bund, Land und Gemeinde“ im Rahmen der Berufsreifeprüfung

Um gegenwärtigen und zukünftigen Kompetenzanforderungen besser zu entsprechen und die Durchlässigkeit von Karrierepfaden im öffentlichen Dienst gezielt zu fördern, entwickelt die Austrian School of Government einen neuen Fachteil „Öffentliche Verwaltung in Bund, Land und Gemeinde“ als Bestandteil der Berufsreifeprüfung (BRP).

Dieses innovative Bildungsangebot richtet sich an Personen, die eine höhere Verwendung im Bundes-, Landes- oder Gemeindedienst anstreben oder ihre berufliche Laufbahn im öffentlichen Sektor planen.

Ziele und Mehrwert:

• Berufsbezogenes Curriculum: Das neue Fach schließt eine Lücke im bisherigen Angebot, das durch den allgemeinen Fachteil „Politische Bildung“ nur unzureichend die spezifischen Anforderungen des öffentlichen Dienstes abdeckt.

• Karriereförderung im öffentlichen Sektor: Es bietet maßgeschneiderte Inhalte und eröffnet zielgerichtete Zugänge zu weiterführenden Hochschulbildungen sowie neuen Karrierewegen.

• Unterstützung von „Lehre mit Matura“: Das Vorhaben fördert insbesondere junge Menschen, die eine duale Ausbildung absolvieren, und trägt zu einer Attraktivierung der Lehre bei.

Mit dem neuen Fachteil „Öffentliche Verwaltung in Bund, Land und Gemeinde“ schaffen wir eine zukunftsorientierte Bildungsplattform, die nicht nur den öffentlichen Sektor stärkt, sondern auch individuelle Bildungs- und Karrierewege nachhaltig fördert.