Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Zu dieser Berufsgruppe, der zwei unterschiedliche Berufsbilder zuzuordnen sind, zählen 2.943 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VBÄ). Die Aufgabe der Richterinnen und Richter ist die Rechtsprechung, also die Urteilsfindung in rechtlichen Konflikten und nach Straftaten. Sie sind im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesbediensteten weisungsunabhängig. Um Unabhängigkeit und Unbeeinflussbarkeit bei ihren Entscheidungen zu gewährleisten, können Richterinnen und Richter weder abgesetzt noch versetzt werden. Die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte haben das öffentliche Interesse in der Strafrechtspflege wahrzunehmen. Dazu gehört vor allem die Anklageerhebung und -vertretung im Strafprozess. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind weisungsgebunden.

Daten und Fakten

RiSta

AnteilGesamtMännerFrauen
Personalstand zum 31.12.2018*2.9431.4161.526
durchschnittliches Alter**47,449,345,7
Anteil Beamtinnen/Beamten**100,0 %100,0 %100,0 %
Teilbeschäftigtenanteil**12,4%2,1%21,2%
Frauenanteil**53,9%--

* in VBÄ
** auf Basis von Köpfen

In dieser Berufsgruppe gibt es keine Alternative zum öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Alle Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind daher Beamtinnen und Beamte. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 47,4 Jahren. Der Frauenanteil beträgt 53,9 Prozent, womit diese Berufsgruppe, neben dem Verwaltungsdienst, zu jenen mit annähernd ausgewogenem Geschlechterverhältnis gehört.

Die zentrale Bedeutung, die einer qualitativ hochwertigen Rechtsprechung beigemessen wird, kommt in der hohen Qualifikationsanforderung, den strengen Auswahlverfahren für den Richterberuf, aber auch im überdurchschnittlichen Einkommen zum Ausdruck. Grundvoraussetzung für das Amt der Richterinnen und Richter bzw. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ist ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften.

Am 31. 12. 2018 sind 83,4 Prozent der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte im Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz (BMVRDJ) tätig (ohne Bundesverwaltungsgericht), 2,3 Prozent am Verwaltungsgerichtshof, 7,2 Prozent im Bundesverwaltungsgericht und 7,0 Prozent im Bundesfinanzgericht.

Das Bundesverwaltungsgericht ist österreichweit zentrale Anlaufstelle für Beschwerden gegen Behördenentscheidungen in Angelegenheiten der unmittelbaren Bundesverwaltung – mit Ausnahme des Zuständigkeitsbereiches des Bundesfinanzgerichts, welches ebenfalls mit 1.1.2014 seine Tätigkeit aufgenommen hat. Dem gerichtlichen Rechtsschutz unterliegen auch verfahrensfreie Maßnahmen oder die Untätigkeit einer Behörde. 

Einkommen

Das Einkommen von Richterinnen und Richtern und Staatsanwältinnen und Staats- anwälte differiert im Laufe der Karriere stark. Während ein Viertel der Berufsgruppe weniger als € 62.533 verdient, liegen die Einkommen des bestverdienenden Viertels über € 103.802.

Pensionseinkommen

25 Prozent der 1.175 pensionierten Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beziehen ein Pensionseinkommen, das unter € 74.804 liegt, bei 25 Prozent übersteigt die Pension € 95.039. Das Pensionsantrittsalter liegt bei 63,5 Jahren.